#007 CVAG-Neuwagen 2017

Nachdem im Jahr 2016 bei der CVAG kein einziger Neuwagen in Dienst gestellt wurde, freuen wir uns ganz besonders, dass in der Bestellung 2017 sogar 13 neue Mercedes-Fahrzeuge zu verzeichnen sind. Am 27.10.2017 wurden die acht "Citaro 2 III" und die fünf "Citaro 2 III G" erfolgreich vom Hersteller Evobus in Mannheim nach Chemnitz überführt. Der Regionalpresse und der Chemnitzer Busgalerie wurde der ganze Stolz des Verkehrsunternehmens dann am darauffolgenden Montag, den 30.10.2017 auf dem CVAG-Betriebshof Werner-Seelenbinder-Straße präsentiert.

Der verantwortliche Bereichsleiter Bus, Herr Wolf, erläuterte gemeinsam mit einem Verantwortlichen von EvoBus, Herrn Mühlbach, die technischen Neuerungen. Allen voran steht dabei die Fahrertür mit erhöhter Sicherheit für das Fahrpersonal. Dies wird durch eine große absenkbare Sicherheits-Glasscheibe in Kombination mit einer fest verschraubten kleineren Scheibe am Fahrerarbeitsplatz gewährleistet. Die größere von beiden (im Bild gerade abgesenkt) kann mit einem Panikknopf automatisch gehoben werden. Diese Investition in Sicherheit kostete das Unternehmen pro Fahrzeug einen vierstelligen Betrag zusätzlich. Ein weiteres Novum stellt die Teleskopstange am Vordereinstieg dar, die dem Fahrer bei geschlossenen Türen einen freien Blick durch die Spiegel gewähren soll, indem die Fahrgäste von der Stange beim Schließen der Tür aus diesem Bereich "geschoben" werden.

Außerdem ist dieses Jahr auf eine geteilte Seitenbeblechung gesetzt worden, was im Falle einer Beschädigung gegebenenfalls das Austauschen größerer Blechteile verhindern soll.


Im Innenraum hat sich ebenfalls einiges verändert. Ins Auge fallen hauptsächlich die neuen Sitzbezüge, die man als Vorschau auf die 2018 zu liefernden Skoda-Bahnen betrachten kann. Die Haltestangen wurden entgegen der Bestellung vom Vorjahr nicht mehr in Grau geliefert, sondern in Signalgelb. Dieses Merkmal spiegelt die Entscheidung des Behindertenbeirates im Vorfeld wider, welcher sich auch für die Verwendung von taktilen Haltestangen an den Ein- und Ausgängen der Busse aussprachen. Damit soll die Orientierung sehbehinderter Fahrgästen in den Fahrzeugen deutlich erleichtert werden. Als ungünstig zu betrachten ist dagegen die ebenfalls gelbe Färbung der Haltwunschtaster-Fassung, die den Knopf schwer erkennbar macht. Später wurden diese jedoch durch neue in blauer Farbe ersetzt.

Die über drei Innenschwenktüren verfügenden Solofahrzeuge haben diesmal einen liegenden Motor verbaut, welcher im Vergleich zur Bestellung von 2014 einen Sitzplatzgewinn und eine erhöhte Sitzposition im hinteren Teil des Fahrzeugs mit sich bringt. Nachteil dieser Variante ist die an Tür 3 entstehende Stufe im Türbereich. Barrierefreier Ausstieg ist folglich an Tür 2 vorgesehen, an welcher rechts sogar Platz für einen weiteren Rollstuhl oder Kinderwagen geschaffen wurde. Da die sonstigen Ausstattungsmerkmale der Solowagen offensichtlich von der Bestellung 2014 kopiert wurden, besitzen zum einen die Podeste im Fahrzeuginneren keine Schiffsbodenoptik und zum anderen verfügen die 12 Meter langen Fahrzeuge an der dritten Tür außen wieder einen Türöffner für den Fahrgast.


Die dreitürigen Gelenkzüge dagegen sind weiterhin an allen Türen komplett barrierefrei zugänglich. Der aufgeräumt wirkende Vorderwagen besticht mit einem weiteren Rollstuhlplatz auf der rechten Seite, was zu einem Verlust an Sitzplätzen in diesem Bereich führt. Es wurde jedoch versucht, dies mit dem Anbringen weiterer Klappsitze zu kompensieren. Außerdem erfolgte nach dem Gelenk auf der linken Seite in Fahrtrichtung wieder der Einbau durchgehender Bestuhlung, da die in den Lieferungen 2014/15 bestellten Multifunktionsflächen nicht entsprechend genutzt wurden. Sowohl die Solofahrzeuge als auch die Gelenkzüge verfügen über die von den vorigen Bestellungen bekannten Fußböden in Schiffsbodenoptik im Bereich der Gänge, die Gelenkfahrzeuge sogar im Fahrerbereich und auf den Podesten.


Der Fahrer kann sich ebenso über die Neuwagen freuen, denn diese verfügen nun über das neue Dashboard des Citaro 2 Step III und damit verbunden über eine neue Klimatisierungssteuerung (siehe ETP-Neuwagen 2016). Das Bedienpanel dafür wurde jedoch bei den 12 Meter langen Fahrzeugen fälschlicherweise auf dem seitlichen Instrumententräger angebracht, was aber später noch angepasst wurde, damit es analog zu den Gelenkzügen im "Sägezahn" über dem Kopf des Fahrers untergebracht ist. Bisher nicht vorhanden war eine Rückfahrkamera in den Gelenkzügen, die aber mit dieser Baureihe erstmals zur Anwendung kommt. Der Fahrersitz kann auf Wunsch beheizt oder belüftet werden und verfügt erstmals über einen Sicherheitsgurt.

Außerdem lässt sich eine externe Öffnung der Fahrertür von innen nun per Knopfdruck verhindern. Das rote Lämpchen zeigt eine solche Sperrung an, das gelbe Lämpchen, wenn ein Fahrgast den externen Öffner betätigt haben sollte. Das farbige Zentraldisplay trägt ebenfalls zum modernen Gesamteindruck der Fahrzeuge bei, da neben dem Durchschnittsverbrauch auch die Drehzahl angezeigt wird, was einen spritsparenden Fahrstil begünstigt. Das in diesem Atemzug zu nennende RIBAS-System zur Überwachung des Fahrstils war zumindest am Tag der Vorstellung (noch) nicht verbaut. Neu ist darüber hinaus der Reset-Knopf auf Werkseinstellungen und der "Reinigungstaster", welcher dem Reinigungsteam nachts für 10 Minuten die Innenraumbeleuchtung aktiviert, ohne dass die Zündung und damit sämtliche Nebenverbraucher aktiviert werden müssen.

Das Getriebe ist seit diesem Jahr anlalog zur ETP-Bestellung des Vorjahres nicht mehr das bewährte ZF EcoLife, sondern das Voith DIWA 4-Gang. Diese Entscheidung wurde unter anderem von der Serviceleistung beider Unternehmen abhängig gemacht. Die Fahrzeuge mussten noch bis zu drei Wochen im Depot bleiben, da verschiedene Komponenten installiert werden mussten.


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